02.12.2019

Paper of the Month 11/2019

A support programme for secondary prevention in patients with transient ischaemic attack and minor stroke (INSPiRE-TMS): an open-label, randomised controlled trial.

Ahmadi M*, Laumeier I*, Ihl T, Steinicke M, Ferse C, Endres M, Grau A, Hastrup S, Poppert H, Palm F, Schoene M, Seifert CL, Kandil FI, Weber JE, von Weitzel-Mudersbach P, Wimmer MLJ, Algra A, Amarenco P, Greving JP, Busse O, Köhler F, Marx P, Audebert HJ

PubMed

Ein großer Teil der zerebralen vaskulären Ereignisse verläuft zunächst blande (als Minor Stroke oder als TIA). Allerdings besteht für die Betroffenen in der Folge ein stark erhöhtes Risiko für erneute Schlaganfälle sowie weitere akute vaskuläre Erkrankungen mit potentiell schwerwiegendem oder tödlichem Ausgang. Obwohl effektive Maßnahmen der Sekundärprophylaxe nach zerebralen Ischämien zur Verfügung stehen, werden diese oft nur unzureichend umgesetzt. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob bei Patienten mit einer kürzlichen TIA oder einem Minor Stroke durch ein strukturiertes Interventionsprogramm weitere vaskuläre Ereignisse verhindert und eine verbesserte Risikofaktoreinstellung erreicht werden kann.

Das dafür entwickelte Interventionsprogramm sollte mittels Motivations- sowie Edukations- und Feedback-Strategien eine Verhaltensänderung bei den Betroffenen erreichen. In einem offenen, multizentrisch-internationalen, randomisiert-kontrollierten Studiendesign wurden 2098 Patienten max. 2 Wochen nach einer TIA oder einem Minor Stroke und mit wenigstens einem modifizierbaren Risikofaktor (d. h. arterieller Hypertonie, Diabetes, Vorhofflimmern oder Rauchen) eingeschlossen. Die Teilnehmenden wurden 1:1 in eine Interventionsgruppe (hausärztliche Versorgung plus Ergänzungsprogramm) oder in eine Kontrollgruppe (hausärztliche Standardversorgung) randomisiert. Interventionstermine fanden in den ersten zwei Jahren achtmal statt. Die Outcome-Erhebung in beiden Gruppen erfolgten jährlich. Als primäres Outcome wurde das Auftreten eines Schlaganfalls oder eines akuten Koronarsyndroms oder Tod infolge eines akuten Gefäßereignisses gewertet, während z.B. eine leitliniengerechte Einstellung von arterieller Hypertonie, Diabetes mellitus und Hyperlipidämie sowie Nikotinkarenz, gesunde Ernährung und sportliche Betätigung zu den sekundären Outcomes gehörten.

Jeweils über 98 % der rekrutieren Teilnehmer pro Gruppe konnten als Intention-to-Treat-Population berücksichtigt werden. Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 3,6 Jahren war das primäre Outcome in keiner der beiden Gruppen signifikant häufiger aufgetreten (Interventionsgruppe 15,8 %, Standardversorgungsgruppe 16,8 %). Dagegen hatten signifikant mehr Patienten in der Interventionsgruppe die sekundären Präventionsziele erreicht.

Ausgehend von diesen Ergebnissen wäre es vorstellbar, dass ausgewählte Patienten mit einer frühzeitig schlechten Risikofaktoreinstellung stärker von einem Interventionsprogramm profitieren könnten, was jedoch in weiteren Studien untersucht werden müsste.  

Dr. med. Michael Ahmadi ist Facharzt für Neurologie (Klinik für Neurologie der Charité) und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Audebert sowie am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) tätig.  

Dr. med. Inga Laumeier ist Fachärztin für Neurologie (Klinik für Neurologie der Charité) und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Audebert.  

Prof. Dr. med. Heinrich Audebert leitet die Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie am Campus Benjamin Franklin und arbeitet wissenschaftlich mit dem Schwerpunkt neuer Versorgungskonzepte beim akuten Schlaganfall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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