17.01.2019

Nachruf Dr. med. Christoph Drenckhahn

Dr. med. Christoph Drenckhahn

*20.03.1975 †27.12.2018

Wir trauern um unseren lieben und geschätzten Kollegen, Herrn Dr. med. Christoph Drenckhahn, der völlig unerwartet und plötzlich, viel zu früh verstorben ist.

Christoph verbrachte den Großteil seiner Laufbahn an der Charité - Universitätsmedizin Berlin - von 2002 bis 2015 als wissenschaftlicher Arzt an der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie sowie in der Arbeitsgruppe Translationale Schlaganfallforschung des Center for Stroke Research Berlin.
Sein Medizinstudium absolvierte er von 1995 bis 2002 an den Universitäten Halle und Leipzig. In seiner Doktorarbeit, die er an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig anfertigte, beschäftigte er sich mit genetischen und neuropathologischen Aspekten einer seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankung des Muskels.
Nach erfolgreichem Abschluss seines Medizinstudiums begann er seine Tätigkeit an unserer Klinik, die mit einer Neuausrichtung seiner wissenschaftlichen Interessen verbunden war und der translationalen Erforschung des Schlaganfalls galt. Heute wissen wir, dass wandernde Depolarisationswellen im Hirn bei Schlaganfällen des Menschen auftreten und klinisch hochrelevant sind. Christoph hat zu dieser Erkenntnis durch seine Studien der Elektrographie und Nahinfrarotspektroskopie im Rahmen der Co-Operative Studies on Brain Injury Depolarizations (www.cosbid.org) maßgeblich beigetragen. Der wichtigste Beitrag gelang Christoph im Jahre 2012: Der erstmalige Nachweis, dass die Depolarisationswellen auch mit Hilfe eines nicht-invasiven Verfahrens beim Menschen zu identifizieren sind. Die vielbeachtete Arbeit wurde in ‚Brain‘, einer der international führenden wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Christoph war auch entscheidend am Aufbau und der Durchführung der bisher größten klinischen Studie zur Bedeutung der Depolarisationswellen beteiligt, der DISCHARGE-1-Studie (Depolarisations in ISCHaemia after subARachnoid haemorrhaGE-1). Besonders hat er sich hier mit dem weiten Spektrum an neurologischen und internistischen intensivmedizinischen Komplikationen der aneurysmatischen Subarachnoidalblutung befasst, einer der heimtückischsten Erkrankungen in der Neurologie. Dies spiegelte auch sein großes Interesse an der Neurologie und insbesondere der Neurologischen Intensivmedizin wider. Christoph konnte, auf eine sehr sinnvolle Weise, seine wissenschaftliche Neugier mit der klinischen Routine verbinden. Er war ein hervorragender Kliniker und als geradliniger, lebenskluger wie empathischer Arzt stets für seine Patienten da. Als Kollege war er auf Grund seiner fachlichen Kompetenz, seiner Verlässlichkeit, seines feinen Humors und erfrischenden Pragmatismus, seiner ausgleichenden Art und steten Hilfsbereitschaft nicht nur fachlich, sondern auch menschlich bei allen Mitarbeitern hoch angesehen. Sein Moin Moin stand für seine optimistische und zupackende Lebensart. Christoph war über viele Jahre eine tragende Säule insbesondere auf der Neurologischen Intensivstation unserer Klinik. Im Jahre 2015 wechselte er als Oberarzt an das Neurologische Zentrum des Klinikums Bad Segeberg. Seine Forschung führte er an der Charité weiter.
Wir verlieren mit Christoph einen hochgeschätzten Kollegen und lieben Freund, der Bleibendes für die Wissenschaft hinterlassen hat und sich um unsere Einrichtungen äußerst verdient gemacht hat. Trotz seines hervorragenden wissenschaftlichen wie klinischen Engagements stand für Christoph seine Familie an erster Stelle. Als Kollege, Freund, Partner und Familienvater war Christoph ein außergewöhnlicher Mensch. Umso schwerer wiegt sein Verlust. Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seinen beiden Kindern, seiner Frau Anja und seinen Eltern und beiden Geschwistern.

Wir sind tief traurig und fassungslos, dass er so früh von uns gehen musste. Für uns bleibst Du immer unvergessen, Christoph.  

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