03.11.2014

Paper of the Month 10/2014

Number of cerebral microbleeds and risk of intracerebral hemorrhage after intravenous thrombolysis.

Dannenberg S*, Scheitz JF*, Rozanski M, Erdur H, Brunecker P, Werring DJ, Fiebach JB, Nolte CH.Stroke. 2014 Oct;45(10):2900-5. doi: 10.1161/STROKEAHA.114.006448.

PubMed

Zerebrale Mikroblutungen (MB) sind kleine, rundlich-ovale Ansammlungen von perivaskulären Blutabbauprodukten, die mittels Häm-sensitiven MRT-Sequenzen nachgewiesen werden können. Zerebrale MB stellen einen Marker für zerebrale Mikroangiopathie dar und sind mit zukünftigen intrazerebralen Blutungen assoziiert. Unklar ist, ob das Vorhandensein von MB, und insbesondere von multiplen MB, das Risiko von Thrombo-lyse-assoziierten intrazerebralen Blutungen beim akuten ischämischen Schlaganfall beeinflusst.In unserer Studie untersuchten wir 326 Patienten mit ischämischem Schlaganfall, bei denen vor der systemischen Thrombolysetherapie ein MRT mit T2*-Sequenz durchgeführt worden war. Insgesamt fanden sich bei etwa jedem vierten Patienten (24,8 %) MB. Die Rate an symptomatischen intrazerebralen Blutungen stieg signifikant mit der Anzahl der MB an (1 % in der Gruppe ohne MB, 4 % in der Gruppe mit einer MB, 11 % in der Gruppe mit 2-4 MB und 30 % in der Gruppe mit ≥ 5 MB). Eine ähnliche Verteilung sahen wir bei der Rate an sekundären Parenchymblutungen. Die Assoziation blieb nach Adjustierung für potentielle Einflussgrößen statistisch signifikant. Hinweise auf ein erhöhtes Blutungsrisiko bei einer bestimmten Lokalisation der MB (lobär oder tief) zeigte sich hingegen nicht.
Unsere Ergebnisse zeigen erstmalig, dass MB, insbesondere multiple MB, die Wahrscheinlichkeit einer symptomatischen intrazerebralen Blutung nach Thrombo-lysetherapie erhöhen. Dabei gilt: Die Menge macht das Gift. Inwieweit MB den nachgewiesenen Nutzen einer Thrombolysetherapie reduzieren bleibt allerdings offen.

Steffen Dannenberg ist Doktorand der AG Klinische Schlaganfallforschung. Jan F. Scheitz ist Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Klinische Schlaganfallforschung und wird im Rahmen des Charité Clinical Scientist Programmes gefördert. Christian H. Nolte ist Oberarzt an der Klinik für Neurologie am Standort CBF und Leiter der AG Klinische Schlaganfallforschung.


Die Veröffentlichung des Monats wird jeden Monat von der Direktoren des CSB aus den Veröffentlichungen des CSB und der Klinik für Neurologie ausgewählt.

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