Aktuelles und Veranstaltungen

CSB-Spendengelder fördern Forschung – Stipendium für Nachwuchswissenschaftlerin

Anna Kufner

Dank der Spendeneinnahmen des CSB konnte die Arbeit der Nachwuchswissenschaftlerin Anna Kufner mit einem Stipendium in Höhe von insgesamt 4.800 € unterstützt werden. Sie beschäftigt sich mit den Schadensmechanismen des akuten Schlaganfalls und untersucht die Bedeutung sowie den diagnostischen Wert von sogenannten »hyperintensiven Gefäßen«, die in bestimmten Messsequenzen (FLAIR) der Magnetresonanztomographie bei Schlaganfallpatienten auffällig sind.

Magnetresonanztomographie bei Schlaganfall – für ein besseres Verständnis des individuellen Krankheitsbilds

A. Kufner   

Die letzten sechs Jahre habe ich der klinischen Forschung in der Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Dr. Dr. Martin Ebinger gewidmet. Unser Ziel ist es, Signale im MRT zu finden, die uns nicht nur erlauben, den individuellen Schlaganfall besser zu verstehen, sondern auch das Ansprechen auf die Behandlung vorherzusagen. Schließlich kann ein umfassenderes Verständnis der Schadensmechanismen, die bestimmten MRT-Funden zugrunde liegen, uns helfen bessere Behandlungsentscheidungen in der Akutphase des Schlaganfalls zu treffen.  

Als Teil sowohl meiner Master- als auch meiner Doktorarbeit haben wir bei speziellen Messsequenzen (FLAIR) mit denen ein Schlaganfall besser erkennbar ist, eine häufig beobachtete Besonderheit gefunden. Es sind sogenannte hyperintensive Gefäße (FHVs, hyperintense vessels), die im MRT-Bild wie helle Fäden hervorstechen. Bis zu 70 % der Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall mit Gefäßverschluss haben solche hyperintensiven Gefäße, die sich über das vom Verschluss betroffene Gebiet ziehen. Kürzlich haben wir entdeckt, dass diese Patienten mit ausgedehnten hyperintensiven Gefäßen im MRT eine schlechtere Erholung nach drei Monaten zeigen. Durch zwei ausführliche Bildgebungsstudien fanden wir außerdem heraus, dass diese Patienten gravierendere Schlaganfälle hatten und bei der Einlieferung ins Krankenhaus in einem kritischeren Zustand waren. Ausgehend von diesen Ergebnissen glauben wir, dass hyperintensive Gefäße auf einen schlechten Zustand der Kollateralen, d. h. der Nebenäste von Venen und Arterien, hinweisen und uns daher helfen können, solche Patienten zu identifizieren, die am stärksten von neuen Therapieoptionen profitieren können.  

Meine Doktorarbeit, die zwei der oben genannten Studien beinhaltete, habe ich 2016 abgeschlossen. Nichtsdestotrotz hält unser Interesse für dieses Thema an. Mit dem Stipendium war ich in der Lage eine Nachverfolgungsstudie in Zusammenarbeit mit einer anderen Universitätsklinik in Deutschland und zahlreichen Neuroradiologen zu starten, um die Schadensmechanismen der oft beobachteten und wenig verstandenen hyperintensiven Gefäße zu untersuchen. Wir hoffen, dass dieses weitreichende Bildgebungsprojekt uns einen Schritt näher an unser Ziel – Schlaganfallpatienten individueller und damit besser zu behandeln – bringen wird. 

Oktober 2016: Weltschlaganfalltag »Auf der Suche nach der Sprache« – Sprachstörungen nach Schlaganfall

Blick auf die Veranstaltung
Blick auf die Veranstaltung
Lesung mit der CSB-Botschafterin Michaela May
Lesung mit der CSB-Botschafterin Michaela May
Moderatorin und Schlaganfallpatientin Heather De Lisle im Gespräch
Moderatorin und Schlaganfallpatientin Heather De Lisle im Gespräch
Vortrag Prof. Dr. med. Eckart Altenmüller
Vortrag Prof. Dr. med. Eckart Altenmüller

Zum Weltschlaganfalltag am 29. Oktober 2016 luden das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin und die Berliner Schlaganfall-Allianz e. V. gemeinsam zu einer Veranstaltung im KulturKaufhaus Dussmann ein. Auf dem Programm waren eine Lesung, ein Vortrag und Gespräche – im Mittelpunkt der sehr gut besuchten Veranstaltung »Auf der Suche nach der Sprache« stand das Thema Sprachstörungen nach Schlaganfall. Begrüßt wurde das Publikum durch Prof. Dr. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie an der Charité und durch das Programm führte Prof. Dr. Andreas Meisel, Leiter der BSA e. V., beide Direktoriumsmitglieder des CSB.

Die Schauspielerin und CSB-Botschafterin Michaela May las bewegend aus dem preisgekrönten Roman »Du stirbst nicht« von Kathrin Schmidt. Die Protagonistin des Romans erobert nach einem schweren Schlaganfall nach und nach Erinnerungen, Sprachvermögen und Bewegungsfähigkeit zurück.
Die Moderatorin und Schlaganfallpatientin Heather De Lisle sprach über ihre Erfahrungen mit der Erkrankung. Sie ist selbst betroffen und erlitt 2011 mit 35 Jahren einen Schlaganfall und leidet seitdem unter Sprachstörungen. Sie beeindruckte durch ihre Willenskraft und positive Lebenseinstellung.
Abschließend hielt Prof. Dr. med. Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover einen sehr interessanten Vortrag darüber wie Musik in der Therapie bei Sprach- und Bewegungsstörungen nach Schlaganfall eingesetzt werden kann.

Mai 2016: Boost-Stipendium für CSB-Nachwuchswissenschaftler

Alexander Nave

Der Arzt und CSB-Nachwuchswissenschaftler Dr. Alexander Nave erhält das Boost-Reisestipendium in Höhe von 500 Euro. Wir gratulieren! Mit dem Preisgeld förderte das CSB seine Reise vom 10. bis 12. Mai zur European Stroke Organisation Conference 2016 nach Barcelona. Dort präsentierte Nave einen Posterbeitrag und besuchte wissenschaftliche Symposien. Die 500 Euro für das Reisestipendium sind über Spenden zusammengekommen, die Unterstützer über online-Einkäufe dem CSB haben zukommen lassen.

Kurzinfo über boost
Über boost wird das CSB beim Online-Einkauf finanziell unterstützt - ohne dass der Käufer einen Cent mehr zahlt. Unter dem Link finden Sie über 500 Shops aus vielen Kategorien (Technik, Essen, Blumen, Reisen etc.). Die Shops zahlen boost für jeden vermittelten Einkauf eine Provision, diese gibt boost zu 90% als Spende direkt an das CSB weiter. So wird dem CSB automatisch eine Spende (für Forschung, Beratung und Stipendien) in Höhe von durchschnittlich 5% des Einkaufswertes gutgeschrieben.

Mai 2016: Wie Schlaganfallforschung Leben rettet – Artikel in Patientenzeitung der Charité

In der aktuellen Ausgabe der Charité Kompakt, der Patientenzeitung der Charité, ist auf Seite 4 ein Artikel über das CSB zu lesen: Wie Schlaganfallforschung Leben rettet - Das CSB im Porträt

März 2016: Schauspielerin Michaela May besucht das CSB

Michaela May
Michaela May
Michaela May
Michaela May
Michaela May
Michaela May

Die Schauspielerin Michaela May hat uns in ihrer Eigenschaft als CSB-Botschafterin im März 2016 besucht. Sie informierte sich über den neuesten Stand der Schlaganfallforschung und sprach mit dem Direktor des CSB, Prof. Dr. Ulrich Dirnagl, der sie auch durch die Labore und auf die Stroke Unit der Charité führte. „Mir imponiert, dass so viele unterschiedliche Forschungsabteilungen hier ineinandergreifen“, so Michaela May.

Der Arzt und CSB-Nachwuchswissenschaftler Dr. Alexander Nave stellte Frau May die europaweite Wake-Up-Studie vor: Ereignet sich ein Schlaganfall, so muss schnellstmöglich reagiert werden, um Hirnzellen vor dem Untergang zu bewahren und damit irreversiblen Schädigungen vorzubeugen. Dabei ist eine der Kernfragen, ob der Schlaganfall länger als 4,5 Stunden zurückliegt, da ansonsten das zeitliche Fenster für eine spezielle Therapie, die Thrombolyse, geschlossen ist.

„Wacht ein Patient mit einem Schlaganfall auf, so lässt sich der Beginn des Schlaganfalls nicht mehr feststellen“, sagt Nave. In der Wake-Up-Studie wird ein neues bildgebendes Verfahren getestet, welches Rückschlüsse auf den Zeitpunkt des Schlaganfalls zulässt. „Somit haben auch jene Patienten, die beim Erwachen die Symptome bemerken und im 4,5 Stundenfenster liegen, die Möglichkeit mit der Thrombolyse behandelt zu werden“, erklärt Nave. Etwa jeder fünfte Schlaganfall ereignet sich im Schlaf.

Die CSB-Botschafterin sprach auch mit der Sozialpädagogin Petra Knispel des Servicepunkt Schlaganfall. Der Servicepunkt ist die zentrale Beratungsstelle des CSB und der BSA für Patienten und Angehörige in Berlin und Umgebung. Dieses Beratungsangebot wird über die herkömmliche Regelversorgung hinaus kostenfrei auf dem Campus Mitte der Charité bereitgestellt und ausschließlich über Fördergelder und Spenden finanziert. „Eine gute Beratung nach einem Schlaganfall ist sehr wichtig – wie bedeutend, kann man wahrscheinlich erst ermessen, wenn man selbst betroffen ist“, betonte Michaela May bei ihrem Besuch.

Februar 2016: 50.000-Euro-Spende unterstützt Studie zu Schlaganfallkomplikationen durch Traumaerlebnisse und Stress

Dr. Karen Gertz
Dr. Karen Gertz
Prof. Dr. Golo Kronenberg
Prof. Dr. Golo Kronenberg

Das CSB hat 50.000 Euro aus einer Nachlassspende für die Schlaganfallforschung erhalten. Diese großzügige Spende unterstützt die interdisziplinäre SATURN-Studie (SchlagAnfallkomplikationen durch TraUmaeRlebNisse und Stress). Sie untersucht, inwiefern sich frühere Traumatisierungen und psychosozialer Stress – z.B. durch Kriegserfahrungen in der Kindheit – auf die körperliche und seelische Gesundheit nach einem Schlaganfall auswirken.
„Unsere Hypothese ist, dass jene Schlaganfallpatienten, die in ihrer Vergangenheit ein Trauma erlitten oder eine posttraumatische Belastungsstörung (kurz: PTBS) entwickelt haben, mehr Komplikationen, einen schlechteren Heilungsprozess und eine geringere Lebensqualität aufweisen“, sagt der Psychiater Golo Kronenberg von der Charité. „Zudem glauben wir, dass diese Patienten eher gefährdet sind, eine erneute PTBS aufgrund des Schlaganfalls zu entwickeln.“ Kronenberg leitet zusammen mit der Neurologin Karen Gertz, ebenfalls von der Charité, die SATURN-Studie, welche voraussichtlich im August 2016 starten und 18 Monate lang laufen wird. Unterstützt werden Kronenberg und Gertz durch die Studienärztin Johanna Schöner.  

In der Studie werden insgesamt ca. 1000 Schlaganfallpatienten der Charité ein Jahr nach ihrem Schlaganfall postalisch befragt. Der Fokus der versendeten Fragebögen liegt auf der PTBS und früherer Traumatisierung; zudem werden Informationen über den gegenwärtigen psychischen und körperlichen Gesundheitszustand ermittelt.

Die PTBS wird oft mit Kriegsgeschehnissen, Vergewaltigung, Naturkatastrophen oder körperlicher Gewalt in Verbindung gebracht. Tatsächlich ist die PTBS aber auch eine wichtige Folgeerscheinung von körperlichen Erkrankungen – etwa jeder fünfte Schlaganfallüberlebende entwickelt eine PTBS. Es ist besonders wichtig, diese Patienten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, da sie ein höheres Rückfallrisiko, eine schlechtere Lebensqualität und eine höhere Sterblichkeit aufweisen.

Umgekehrt ist die PTBS ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßkrankheiten – Studien berichten von einem bis zu dreifach erhöhten Schlaganfallrisiko bei Patienten mit einer PTBS.

Kronenberg: „Die SATURN-Studie könnte relevante neue Erkenntnisse über die Spätfolgen und Komplikationen von Traumatisierung erbringen – und gleichzeitig auch einen wichtigen Beitrag zur effektiven und frühzeitigen Verhinderung von PTBS-Symptomen nach Schlaganfall leisten.“

Durch die Ankunft hunderttausender Menschen in Europa, welche aus Krisen- und Kriegsgebieten geflohen sind und oft verschiedenste Formen der Gewalt erlebt haben, ist das Thema „Traumatisierung“ in letzter Zeit in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Gleichzeitig haben die Jahrgänge, die als Kinder im oder nach dem Zweiten Weltkrieg schwer traumatisiert wurden, heute ein Alter erreicht, in dem Schlaganfälle gehäuft auftreten. Es ist also davon auszugehen, dass das Erkennen, Verhüten und Behandeln von Traumafolgen in der Zukunft auch im Kontext Schlaganfall zunehmend wichtiger wird. 

 

Typische Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung

  1. Wiedererleben: Das Erlebte drängt sich unwillkürlich wieder auf, z. B. in Form von Flashbacks oder Alpträumen.
     
  2. Vermeidung: Orte, Personen oder Situationen, die an das Ereignis erinnern, werden vermieden. 

  3. Negative Veränderung von Gedanken oder Gefühlen: z. B. „emotionale Taubheit“, Schuldgefühle, Interessensminderung, Gedächtnisverlust. 

  4. Veränderungen in der Erregbarkeit und den Reaktionen: erhöhte Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Wutausbrüche, Konzentrations- und Schlafstörungen.

 

 

Oktober 2015: Weltschlaganfalltag »Zurück ins Leben« – Musik, Lesung und Gespräche

Gesangsauftritt des Aphasiker Chors Berlin
Gesangsauftritt des Aphasiker Chors Berlin
Lesung des Satirikers Hans Zippert
Lesung des Satirikers Hans Zippert
Csárdás bis Tango: Barbara Sadowski & Peter Gotthardt
Csárdás bis Tango: Barbara Sadowski & Peter Gotthardt
Vorstellung & Verkostung: »Das Einhänderkochbuch«
Vorstellung & Verkostung: »Das Einhänderkochbuch«

Zum Weltschlaganfall 2015 veranstalteten das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin und die Berliner Schlaganfall-Allianz e. V. gemeinsam ein unterhaltsames und informatives Programm im Café des Kulturkaufhaus Dussmann.


Gesangsauftritt des Aphasiker Chors Berlin

»Wir sind sprachlos – aber nicht sanglos... « – unter diesem Motto trifft sich seit 2011 ein Chor für Aphasiker, d. h. Menschen mit Sprachstörungen. Gegründet wurde der Chor von der Gesundheitsakademie der Charité und dem Aphasie Landesverband Berlin e. V. (ALB). Jeden zweiten Dienstag im Monat treffen sich die Singbegeisterten und treten zu besonderen Gelegenheiten auch öffentlich auf.   

Lesung des Satirikers Hans Zippert

Der Satiriker, Kolumnist und Schlaganfallpatient ist freischaffender Autor. Er hat zahlreiche Bücher geschrieben, war Chefredakteur beim Satiremagazin »Titanic« und ist unter anderem seit 1999 mit der Kolumne »Zippert zappt« für »Die Welt« aktiv.    

Csárdás bis Tango: Barbara Sadowski & Peter Gotthardt

Barbara Sadowski, (Geige),die neben der Klassik intensive Erfahrungen mit Balkanmusik sammelte und Peter Gotthardt (Piano), Opern- und Filmmusikkomponist, dessen Musik für den Film »Paul und Paula« über Grenzen hinweg zum Kult wurde.    

Vorstellung & Verkostung: »Das Einhänderkochbuch«

Köstliche Rezepte, Küchentipps und spezielle Arbeitsgeräte präsentiert dieses Kochbuch von Nick und Martina Tschirner. Alle Rezepte in diesem Buch wurden mit nur einer Hand probegekocht. 2015 wurde »Das Einhänderkochbuch« mit der Silbermedaille der Gastronomischen Akademie Deutschland ausgezeichnet.
   

Gespräche und Diskussion

Interviews und eine Gesprächsrunde mit den Betroffenen

Mai 2015: 10. Mai – Tag gegen den Schlaganfall, Kinomatinee in der Astor Film Lounge

Ulrich Deppendorf und Prof. Dr. Ulrich Dirnagl
Ulrich Deppendorf und Prof. Dr. Ulrich Dirnagl
Ulrich Deppendorf
Ulrich Deppendorf
Pulsmessung im Kinofoyer
Pulsmessung im Kinofoyer
BesucherInnen im Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Dirnagl
BesucherInnen im Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Dirnagl

Zum diesjährigen „Tag gegen den Schlaganfall“ hat das CSB eine Kinomatinee in der Astor Film Lounge veranstaltet. Nach den Grußworten des Journalisten Ulrich Deppendorf, der im letzten Jahr selber einen Schlaganfall erlitt, wurde der irische Spielfilm „Voll und ganz und mittendrin“ gezeigt. Im Anschluss an die Diskussion des Films hatten die Besucher noch die Möglichkeit sich direkt mit den Experten auszutauschen.

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