Forschungsprojekt: Das Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) – Schlaganfallpatienten schneller behandeln

STEMO - Stroke-Einsatz-Mobil

Beim Schlaganfall zählt jede Minute, denn kein Körpergewebe wird bei einer Unterbrechung der Blutzufuhr so rasch unwiderruflich geschädigt wie das Hirngewebe. Mit dem STEMO – einem speziell ausgerüsteten Rettungsfahrzeug – bringen wir gewissermaßen einen Teil des Krankenhauses zum Patienten. Damit können deutlich mehr Schlaganfall-Betroffene wirksam und signifikant schneller therapiert werden.

Um diese schnelle Therapieoption für die Berliner Bevölkerung zu erhalten, sind wir auf Spenden angewiesen. Für jeden Einsatz von STEMO benötigen wir 100 Euro zusätzlich zur normalen Notarztpauschale. Unterstützen Sie uns dabei, Schlaganfallpatienten in Berlin weiterhin schneller wirksam behandeln zu können.

In der Dokumentation "Schlaganfall - jede Minute zählt" können Sie das STEMO im Einsatz sehen.

Weitere Informationen

Pro Minute gehen während eines Schlaganfalls circa 2 Millionen Gehirnzellen unter. Oft sind Lähmungen und Sprachstörungen die Folge, einige Patienten sterben. Je schneller der Schlaganfall diagnostiziert wird, desto eher kann eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden und umso geringer ist das Risiko einer bleibenden Behinderung. Das Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) ist ein speziell ausgerüstetes Rettungsfahrzeug, in dem Betroffene noch vor Ort und während der Fahrt behandelt werden. An Bord sind ein Computertomograph und ein Minilabor sowie speziell geschultes Rettungspersonal mit einem neurologischen Facharzt.

Mehr Patienten erhalten schnellere Behandlung
In einer repräsentativen Vergleichsstudie (Martin Ebinger et al.; Effect of the Use of Ambulance-Based Thrombolysis on Time to Thrombolysis in Acute Ischemic Stroke: A Randomized Clinical Trial. JAMA. 2014;311(16):1622-1631. doi:10.1001/jama.2014.2850) werteten die Wissenschaftler um Prof. Heinrich Audebert von der Klinik für Neurologie der Charité die Daten von über 6.000 Patienten über einen Zeitraum von 21 Monaten aus. Dabei wurde das STEMO im wöchentlichen Wechsel mit einem regulären Rettungsfahrzeug eingesetzt. Im Vergleich zu den Kontrollwochen ohne STEMO ergab sich eine Verkürzung der Zeit vom Notruf bis zur Einleitung der Behandlung sowie eine deutliche Erhöhung der Lyse-Häufigkeit. Bei der Lyse-Therapie wird ein Blutgerinnsel, das eine Schlagader im Gehirn verstopft, medikamentös aufgelöst. Wurde das STEMO alarmiert, erhielten im Vergleich zur herkömmlichen Versorgung im Krankenhaus 50 Prozent mehr Schlaganfallpatienten eine solche Lyse. Die Behandlungsrate stieg damit insgesamt von 21 auf 33 Prozent. Die Zeit vom Notruf bis zur Therapie reduzierte sich um 25 Minuten. Die Behandlung war dabei genau so sicher wie im Krankenhaus. „Die Ergebnisse dieser Studie sprechen klar dafür, dass die Patienten vom Stroke-Einsatzmobil profitieren“, sagt Prof. Heinrich Audebert, Leiter der Studie.
PD Martin Ebinger von der Klinik für Neurologie der Charité und Erstautor der Studie, ergänzt: „Mit Stemo ist es nicht nur möglich, Patienten schneller zu behandeln. Diese frühzeitige Versorgung bietet auch die Chance, neue Therapieoptionen in der so genannten Golden Hour – der ersten Stunde nach dem Schlaganfall – einzusetzen. Das war bisher so früh nicht möglich.“
Um endgültig zu klären, ob das STEMO tatsächlich einen positiven Effekt auf die langfristigen Behandlungsergebnisse bringt, ist eine weitere Studie vonnöten. Sie soll über längere Zeit den Gesundheitsstand und die Sterberate der beiden Patientengruppen vergleichen.
Das Projekt stellt eine Kooperation des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) der Charité, der Berliner Feuerwehr und zweier brandenburgischer Firmen dar und wurde über den Zukunftsfond Berlin mit EU-Kofinanzierung gefördert.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?
Die Finanzierung des derzeit weltweit einzigartigen Projektes lief Ende Mai 2014 aus. Angestrebt wird eine Übernahme der Versorgung durch die Krankenkassen, mit denen derzeit noch verhandelt wird. Um diese schnelle Therapieoption für die Berliner Bevölkerung bis zu dieser endgültigen Entscheidung zu erhalten, sind wir auf Spenden angewiesen. Für jeden Einsatz von STEMO benötigen wir in dieser Zeit 100 Euro zusätzlich zur normalen Notarztpauschale. Unterstützen Sie uns dabei, Schlaganfallpatienten in Berlin weiterhin schneller wirksam behandeln zu können.

Wer leitet das Projekt?
Prof. Dr. med. Heinrich A. Audebert, Centrum für Schlaganfallforschung Berlin, Ärztlicher Leiter der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité - Campus Benjamin Franklin
PD Dr. med. Dr. phil. Martin Ebinger, Centrum für Schlaganfallforschung Berlin, Oberarzt der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité - Campus Mitte

Zurück zur Übersicht
Logo Centrum für Schlaganfallforschung Berlin
Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung Logo Charité Berlin Logo MDC
© 2018 CSB | TYPO3 Website von Kombinat Berlin