31.07.2017

Paper of the Month 07/2017

Andreas Horn

Connectivity predicts deep brain stimulation outcome in Parkinson‘s disease.

Horn A, Reich M, Vorwerk J, Li N, Wenzel G, Fang Q, Schmitz-Hübsch T, Nickl R, Kupsch A, Volkmann J, Kühn AA, Fox MD
Ann Neurol. 2017 Jun 6. doi: 10.1002/ana.24974. [Epub ahead of print]
PMID: 28586141

PubMed

 

Das Verfahren der tiefen Hirnstimulation (THS) ist für die Behandlung von Morbus Parkinson etabliert und führt größtenteils zu einer deutlichen Symptomreduktion und signifikanten Verbesserung der Lebensqualität. Entscheidend für effektive Therapieentfaltung ist die exakte Lage der Elektrode, darüberhinaus mehren sich Hinweise darauf, dass die Modulation des richtigen Hirnnetzwerks entscheidend ist.

Dies konnte nun in Kooperation mit der Harvard Medical School und der Uniklinik Würzburg gezeigt und validiert werden. Für eine optimale Wirksamkeit der Behandlung sind z. B. starke Verbindungen der THS-Elektrode zu spezifischen frontalen Hirnregionen wie dem supplementärmotorischen Areal entscheidend. Das optimale Verbindungsprofil einer effektiven THS-Elektrode bei Parkinson wurde auf Basis einer Patientenkohorte der Charité berechnet. Anschließend wurde es genutzt, um den Therapieerfolg einer Kohorte aus Würzburg
erfolgreich vorherzusagen.

Es kam ein besonderes Elektrodenlokalisationsverfahren zum Einsatz, das über mehrere Jahre hinweg in der Arbeitsgruppe von Prof. Kühn entwickelt wurde. Die Methodik ist im Rahmen einer frei verfügbaren Software implementiert, die mittlerweile weltweit zum Einsatz kommt (www.lead-dbs.org). Grundlage waren weiterhin präzise Gehirnkonnektivitätsatlanten, die auf Basis von über 1000 Probanden erstellt wurden.

In Folgestudien will unsere Arbeitsgruppe nun an einer patientenspezifisch abgestimmten, maßgeschneiderten Hirnstimulation
arbeiten. Denn bereits vor Beginn der THS-Operation kann mittels Kernspintomographie das patientenspezifische Verbindungsprofil analysiert und darauf basierend möglicherweise der optimale Stimulationsort für den individuellen Patienten bestimmt werden.

 

Dr. med. Andreas Horn, M.D., Ph.D. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der AG Kühn und Assistenzarzt an der Klinik für Neurologie. Sein Forschungsschwerpunkt ist Konnektivität und Kausalität im Gehirn mit maßgeblichem Anwendungs-Fokus auf die tiefe Hirnstimulation.

Prof. Dr. med. Andrea Kühn ist Leiterin der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation an der Klinik für Neurologie. Ihr Schwerpunkt ist die klinische, elektrophysiologische und bildgebende Forschung mit tiefer Hirnstimulation.


Die Veröffentlichung des Jahres wird von den Oberärzten der Neuorologie und den AG Leitern des CSB aus den Paper of the Month mittels Abstimmung gewählt.

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