02.05.2017

Paper of the Month 04/2017

Thomas Krause

Stroke in right dorsal anterior insular cortex is related to myocardial injury.

Krause T, Werner K, Fiebach JB, Villringer K, Piper SK, Haeusler KG, Endres M, Scheitz JF, Nolte CH.
Ann Neurol. 2017 Apr;81(4):502-511. doi: 10.1002/ana.24906. Epub 2017 Apr 3.
PMID: 28253544

PubMed


Troponin T ist der sensitivste und spezifischste Biomarker für Myokardnekrosen beim akuten Koronarsyndrom, wobei serielle Messungen - und die damit ermittelte relative Troponinänderung über die Zeit - die diagnostische Genauigkeit erhöhen. Beim akuten ischämischen Hirninfarkt werden Troponinerhöhungen in bis zu 60 % der Patienten beobachtet und sind mit einem schlechteren funktionellen Outcome sowie einer erhöhten Mortalität assoziiert. Wie kürzlich in der TRoponin ELevation in Acute ischemic Stroke Studie (TRELAS) gezeigt wurde, sind diese Troponinerhöhungen jedoch in der Mehrheit der Patienten nicht durch koronare Ischämien verursacht.

Wir haben die Infarktlokalisationen von 299 Patienten analysiert, die im MRT einen akuten ischämischen Schlaganfall in der vorderen Strombahn aufwiesen, und bei denen TroponinT am Tag der Aufnahme gemessen wurde. Von diesen Patienten hatten 228 eine serielle Troponinmessung während der Akutphase. Die absoluten Troponinwerte sowie deren relative Änderungen wurden als kontinuierliche Variablen im statistischen Modell eines Voxel-based lesion-symptom mapping verwendet.

Die Absolutwerte des Troponin zeigten keinerlei signifikante Assoziation zu irgendeiner Schlaganfalllokalisation. Im Gegensatz dazu waren jedoch die ischämischen Läsionen imanterioren insulären Kortex der rechten Hemisphäre, und insbesondere in dessen dorsaler Subregion, signifikant mit den relativen Troponinänderungen assoziiert.

Unsere Ergebnisse stehen im Einklang mit funktionellen Neuroimaging-Studien, die der rechten dorsalen anterioren Insula eine entscheidende Rolle in der parasympathischen Kontrolle kardio-autonomer Funktionen zuschreiben. Eine akute vaskuläre Schädigung dieser Region könnte daher zu einer autonomen Dysbalance mit Hochregulation sympathischer Efferenzen führen, welche wiederum letztlich in die Schlaganfall-assoziierte Myokardnekrose mündet.


Dr. med. Thomas Krause ist Oberarzt an der Klinik für Neurologie am Vivantes Auguste Viktoria Klinikum in Schöneberg.
Er ist als Gastwissenschaftler Teil der Arbeitsgruppen SoSens (Somatosensory Stroke) und HEart and BRain interfaces in Acute Ischemic Stroke (HEBRAS) am CSB.

PD Dr. med. Christian Nolte ist Oberarzt an der Klinik für Neurologie am Standort Benjamin Franklin (CBF) und Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Schlaganfallforschung des Centers for Stroke Research.

 

Die Veröffentlichung des Jahres wird von den Oberärzten der Neuorologie und den AG Leitern des CSB aus den Paper of the Month mittels Abstimmung gewählt.

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