04.04.2017

Paper of the Month 03/2017

Dr. phil. Ulrike Grittner

Increasing efficiency of preclinical research by group sequential designs

*Neumann K, *Grittner U, Piper SK, Rex A, Florez-Vargas O, Karystianis G, Schneider A,Wellwood I, Siegerink B, Ioannidis JP, Kimmelman J, Dirnagl U. Increasing efficiency ofpreclinical research by group sequential designs.
PLoS Biol. 2017 Mar 10;15(3):e2001307. doi: 10.1371/journal.pbio.2001307.
PubMed PMID: 28282371.
*contributed equally


PubMed


Warum ist die Übertragung präklinischer Forschungsergebnisse in klinischen Nutzen für Patienten derzeit noch immer so unbefriedigend? Woran liegt es, dass so viele experimentelle Ansätze für neue Therapien und diagnostische Verfahren im Umsetzungsprozess in die praktische Anwendung scheitern? Wir zeigen, dass ein flexibles Studiendesign die Effizienz präklinischer Studien signifikant verbessern kann.  

Um neue Therapieansätze entwickeln zu können, muss die biomedizinische Forschung verlässliche und reproduzierbare Ergebnisse erzielen, die eine hohe Vorhersagekraft sowohl für das Krankheitsverständnis als auch für neue Diagnostik und Therapien besitzen. Allerdings erweisen sich in der klinischen Realität derzeit noch viele Therapien, die im Tierversuch erfolgversprechend erschienen, als unbrauchbar. Gründe hierfür sind unter anderem mangelnde Qualitätsstandards in präklinischen Studien, wie beispielsweise unzureichende Fallzahlen, fehlende Randomisierung oder die Wahl eines unpassenden Studiendesigns.

Wir zeigen in unserer Arbeit, dass die Effizienz präklinischer Studien durch ein adaptives Studiendesign, das Gruppen-sequentielle Studiendesign, maßgeblich gesteigert werden kann. Gruppen-sequentielle Studien werden in der klinischen Forschung, anders als in der präklinischen Forschung, bereits vermehrt angewendet. Hier besteht die Möglichkeit, Studien mit größeren Fallzahlen zu planen und am Ende belastbarere Aussagen zu erhalten, wobei nach vorher festgelegten Kriterien die Studie abgebrochen wird, wenn sich ein erwarteter Effekt gar nicht zeigt oder wenn der Effekt sehr groß ist. Auf diese Weise können am Ende, trotz Planung mit größeren Tierzahlen, Studien häufig schon früher beendet werden, so dass nicht alle Tiere die Studie durchlaufen müssen. Somit lassen sich bis zu 30 Prozent der Ressourcen einsparen, ohne dass die Aussagekraft der Studie gemindert wird.

Dr. rer. nat. Konrad Neumann ist Mathematiker und arbeitet seit 2002 als Biostatistiker an der Charité.

Dr. phil. Ulrike Grittner ist seit 2002 Biostatistikerin an der Charité. Seit 2012 arbeitet sie in der Arbeitsgruppe CEHRIS am CSB.  

 

Die Veröffentlichung des Jahres wird von den Oberärzten der Neuorologie und den AG Leitern des CSB aus den Paper of the Month mittels Abstimmung gewählt.

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